Sarah Emilie Müllertz über die Inspiration hinter der Bricks-Kollektion
Durch Sarahs Perspektive wird die Bricks-Kollektion zu einem Begegnungsort verschiedener Welten – Wasser und Stein, Natur und Architektur. Sie spiegelt eine Art des Sehens wider: aufmerksam, geerdet und vom Rhythmus geprägt.
Wasser, Farbe und das morgendliche Ritual
F: Ihre Arbeit beginnt oft mit etwas sehr Persönlichem. Können Sie uns von Ihrer Verbindung zum Wasser erzählen und davon, wie sie diese Kollektion beeinflusst hat?
"Für mich ist das Meer zu einem täglichen Ritual geworden – etwas, zu dem ich jeden Morgen zurückkehre. Es ist ein Moment der Stille, bevor der Tag beginnt, in dem alles ruhiger und geerdeter wirkt. Das Schwimmen ist nicht nur eine körperliche Erfahrung; es ist eine Möglichkeit, die Verbindung wiederzufinden – zur Natur, aber auch zu mir selbst.
Was mich dabei am meisten fasziniert, ist die Farbe. Sie ist nie dieselbe. An manchen Morgen wirkt die Wasseroberfläche fast golden und spiegelt das frühe Licht wider. An anderen Tagen verändert sie sich zu tiefen Blau- und Grüntönen oder sogar zu einem beinahe schwarzen Farbton. Es ist eine ständige Bewegung, eine subtile Verwandlung, die ganz mühelos geschieht.
Diese Erfahrung begleitet mich. Ich versuche nicht, sie direkt nachzubilden, doch sie prägt die Art und Weise, wie ich über Farbe nachdenke – als etwas Fließendes, etwas Lebendiges. Die Bricks-Kollektion trägt genau dieses Gefühl in sich. Sie vermittelt die Vorstellung, dass Farbe nichts Starres ist, sondern stets auf Licht, Bewegung und Zeit reagiert."
Die Verbindung zu den Saphiren
F: Wie hat diese Erfahrung Ihre Entscheidung für Queensland-Saphire beeinflusst?
"Es fühlte sich sehr intuitiv an. Als ich den Queensland-Saphiren zum ersten Mal begegnete, erkannte ich sofort etwas Vertrautes in ihnen. Sie tragen dasselbe Farbspektrum in sich, das ich auch im Wasser sehe – von hellen, beinahe goldenen Nuancen bis hin zu tiefen Blau- und Grüntönen.
Was ich besonders faszinierend finde, ist, dass kein Stein dem anderen gleicht. Jeder besitzt seine eigene Farbnuance, seine eigene Tiefe. Es gibt ein Gefühl von Individualität, aber zugleich auch von Kontinuität – sie alle gehören derselben Landschaft, demselben natürlichen System an.
Während meines Besuchs in den Minen war ich besonders von der Landschaft selbst beeindruckt. Die Schichtung des Gesteins und die Art und Weise, wie alles über lange Zeiträume hinweg entstanden ist, wirken beinahe architektonisch, fast strukturiert, obwohl sie vollständig von der Natur geschaffen wurden. Diese Verbindung zwischen Natur und Struktur wurde zu einem wichtigen Ausgangspunkt für die Kollektion.
Die Saphire bringen nicht nur Farbe in die Schmuckstücke – sie tragen auch ein Gefühl von Herkunft in sich. Sie bringen die Landschaft auf eine sehr stille und ehrliche Weise in jedes Design."

Kopenhagen, Architektur und Bricks
F: Die Kollektion ist zugleich tief in Kopenhagen verwurzelt. Was fasziniert Sie an der Architektur der Stadt?
"Kopenhagen ist aus Ziegeln gebaut – sie sind Teil unserer Identität. Es ist ein Material, das seit Generationen verwendet wird und sich im Laufe der Zeit zu weit mehr als nur einem funktionalen Baustoff entwickelt hat. Es ist zu einer eigenen Sprache geworden.
Besonders inspirierend finde ich die Architektur von Kay Fisker. Seine Arbeiten zeichnen sich durch eine große Disziplin aus – mit einem klaren Fokus auf Proportion, Wiederholung und Detail. Und dennoch gibt es innerhalb dieser Strenge subtile Variationen. Kleine Veränderungen im Muster, in der Anordnung oder in den Farbtönen. Nichts daran wirkt laut oder auf offensichtliche Weise ausdrucksstark, und doch ist alles bis ins Detail durchdacht.
Man muss langsamer werden, um diese Details wirklich wahrzunehmen. Wenn man durch die Stadt geht und sich den Gebäuden nähert, beginnt man den Rhythmus der Ziegel zu erkennen und zu sehen, wie das Licht über ihre Oberflächen wandert. Es ist eine stille Erfahrung, die lange nachwirkt.
Dieses Gefühl von Rhythmus und Zurückhaltung wurde zu einem Fundament der Bricks-Kollektion."
Architektur in Schmuck übersetzen
F: Wie haben Sie diese architektonischen Prinzipien in Schmuck übersetzt?
"Alles begann mit dem Ziegelverband – der Art und Weise, wie Ziegel in einem wiederkehrenden Muster aus Masse und Zwischenraum angeordnet sind. Diese Struktur erzeugt einen Rhythmus, und genau diesen wollte ich in die Schmuckstücke übertragen.
In der Kollektion wird daraus eine Abfolge von offenen und geschlossenen Elementen. Es entsteht ein Gleichgewicht zwischen Schwere und Leichtigkeit, zwischen Struktur und Raum. Die Formensprache ist sehr reduziert und trägt zugleich ein starkes Gefühl von Ordnung in sich.
Gleichzeitig wird Schmuck am Körper getragen und muss sich mit ihm bewegen. Was in der Architektur statisch ist, wird hier dynamisch. Der Rhythmus verändert sich mit jeder Bewegung des Schmuckstücks, mit dem wechselnden Licht und im Zusammenspiel mit der Person, die ihn trägt.
Die Saphire fügen eine weitere Ebene hinzu – Variation innerhalb der Struktur. So wie keine Ziegelfassade vollkommen gleichmäßig ist, bringen auch die Steine feine Unterschiede in Farbton und Tiefe mit sich.
Für mich geht es in dieser Kollektion darum, etwas zutiefst Vertrautes in einen neuen Maßstab zu übersetzen. Die Architektur, die uns jeden Tag umgibt, neu zu interpretieren und in etwas Intimeres zu verwandeln – etwas, das man bei sich tragen kann."

"Für mich liegt der Bauplan Kopenhagens im Muster seiner Ziegel und in der Farbe des Wassers. Diese beiden Elemente zusammenzuführen, fühlte sich vollkommen natürlich an – es ergab sich einfach. Aus gestalterischer Sicht wurde es zugleich zu einer Möglichkeit, diese schönen Traditionen zu würdigen – sowohl im Stein und in den Edelsteinen als auch in Kopenhagen selbst. Die Kollektion spiegelt den Bauplan des Ortes wider, an dem wir leben – die Wege, die ich jeden Tag mit dem Fahrrad durch die Stadt zurücklege."
With Love,
Sarah Emilie Müllertz


