Im Gespräch mit Sarah Emilie Müllertz
Internationaler Frauentag – ein Anlass und eine Erinnerung.
In der vergangenen Woche ist unser Journal zu einem Ort unterschiedlicher Perspektiven geworden.
Wo erleben Sie echten Fortschritt – und wo bleibt er bloße Inszenierung?
Echter Fortschritt zeigt sich für mich in der jüngeren Generation. Ihre emotionale Intelligenz, ihr Gemeinschaftssinn und ihr weiter Blick auf die Welt geben mir echte Hoffnung.
Gleichzeitig werden die Rechte von Frauen in vielen Teilen der Welt wieder eingeschränkt. Vor diesem Hintergrund erscheint mir genau diese Klarheit wichtiger denn je.
Und dennoch liegt etwas still Beschämendes in der Erkenntnis, dass wir im Jahr 2026 noch immer Kämpfe führen, die längst entschieden sein sollten.

Mit welcher Frau – aus der Vergangenheit oder der Gegenwart – würden Sie am liebsten bei einem Dinner zusammensitzen und warum?
Ich würde die sieben Frauen wählen, die ihre Gedanken gemeinsam mit mir in diesem Journal geteilt haben. Ich stelle mir einen langen Esstisch und ein offenes, ehrliches Gespräch vor.
Gerade jetzt ist der Dialog vielleicht unser kraftvollstes Werkzeug. Wenn wir einander wirklich zuhören, verändern sich Perspektiven – und neue Möglichkeiten entstehen.
Wenn Sie ein System neu gestalten könnten, um das Leben von Frauen zu verbessern – welches wäre das und warum?
Ich würde die patriarchalen Strukturen neu gestalten, die noch immer viele unserer Institutionen und Machtstrukturen prägen.
Frauen kämpfen seit Jahrhunderten für etwas so Grundlegendes wie Gleichberechtigung. Es ist erstaunlich, dass dieser Kampf noch immer geführt werden muss.
Das Patriarchat sollte sich vielleicht glücklich schätzen, dass Frauen Gleichberechtigung fordern – und nicht Rache.

Sarahs Lieblingsstücke von KINRADEN
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In diesen Gesprächen ist eines deutlich geworden: Fortschritt verläuft selten geradlinig. Er zeigt sich in der Gesetzgebung, in der Forschung, in einer gerechteren Verteilung von Fürsorgearbeit, in einem wachsenden gesellschaftlichen Bewusstsein – und manchmal schlicht in der Bereitschaft, weiterhin schwierige Fragen zu stellen.
Vielleicht liegt genau darin der wahre Wert des Dialogs. Wenn unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen, wird die Zukunft ein wenig leichter vorstellbar.
Mit diesem Gespräch endet unsere Reihe zum Internationalen Frauentag. Der Dialog reicht jedoch weit über diese Seiten hinaus. Veränderung geschieht nur selten auf einmal. Sie wächst durch Gespräche – durch die schwierigen, die inspirierenden und jene, die zwischen Menschen entstehen, die bereit sind, einander wirklich zuzuhören.
Beginnen Sie Ihr eigenes Gespräch. Mit den Frauen in Ihrem Leben.
Vielen Dank, dass Sie diese Reihe gemeinsam mit uns begleitet haben.
With Love,
KINRADEN





