Deins & Unseres: Sarah Emilie Müllertz’ London
Ich habe nie in London gelebt. Und doch fühlt es sich jedes Mal, wenn ich ankomme, an wie ein Nachhausekommen. Es ist die Größe der Stadt und ihre Weitläufigkeit, aber zugleich auch ihre Nähe. Dieser Zwischenraum zwischen dem zutiefst Lokalen und der Weltoffenheit ist etwas, das ich nirgendwo sonst gefunden habe. Man könnte hier vollkommen in der Menge verschwinden und dennoch ganz man selbst sein. London wurde nie glattgebügelt. Die Stadt ist nicht geschniegelt oder perfekt, wie es andere Metropolen oft sind. Sie besitzt bis heute eine gewisse Rauheit, eine unverwechselbare Kante – und genau das liebe ich so sehr an ihr.
Zum ersten Mal kam ich als Kind nach London. Meine Mutter nahm mich mit zu Harrods und erzählte mir, man könne dort alles kaufen – von einer Haarnadel bis zu einem Elefanten. Ich habe ihr jedes Wort geglaubt. Durch diese Räume zu gehen, fühlte sich an wie ein Märchen. Voller Staunen und Abenteuer. Dieses Gefühl hat mich bis heute nie ganz verlassen.
Was mich immer wieder zurückkehren lässt, sind auch die Menschen. In Kopenhagen sehen wir uns oft erstaunlich ähnlich. Hier begegnet man einer Vielfalt von Menschen, Stilen und Strömungen, und jedes Mal entdecke ich etwas, das ich noch nie zuvor gesehen habe. Persönlicher Stil wird hier auf eine Weise gelebt wie kaum irgendwo sonst auf der Welt. Die Menschen scheren sich nicht darum, was andere denken. Sie sind einfach sie selbst. Diese Authentizität – der Menschen ebenso wie der Stadt – ist ursprünglicher als alles, was ich sonst kenne.
Im Folgenden finden Sie einige meiner Lieblingsorte in London – Orte, zu denen ich immer wieder zurückkehre und die auf ihre ganz eigene Weise meine Beziehung zu dieser Stadt geprägt haben.
ROCHELLE CANTEEN
Als ich zum ersten Mal im Rochelle Canteen gegessen habe, fühlte es sich an, als würde ich nach Hause kommen. Als säße ich im Wohnzimmer eines Freundes – mitten in London. Das Essen ist ehrlich, der Ort wunderschön, und die Atmosphäre in diesem Gewächshaus wirkt auf eine Weise privat, die man an einem öffentlichen Ort nur selten erlebt. Ich liebe die Farm-to-Table-Philosophie, den respektvollen Nose-to-Tail-Ansatz. Und am meisten liebe ich, wie bodenständig alles geblieben ist. Klappernde Stühle, Papierservietten. Die Qualität dessen, was auf den Teller kommt, spricht für sich.

BLUE MOUNTAIN SCHOOL

REDCHURCH STREET

TATE MODERN

HAGEN

With Love,
Sarah Emilie Müllertz, Founder and Designer of KINRADEN


